2023

Wir haben das Jahr erneut begonnen mit Gebet – im Rahmen der Allianz-Gebetswoche. Ich möchte diese Veranstaltungsreihe inzwischen nicht mehr missen! Ganz unaufgeregt kommt man zusammen – mal hier, mal dort, mal beim CV- und bringt alle erdenklichen Anliegen nicht nur vor Gott, sondern tauscht sich auch untereinander aus und nimmt Anteil am Wohl und Werden der anderen Partner. Das ist wirklich schön!

Im letzten Jahr haben wir ja – Ihr werdet Euch erinnern- einen großen Schaukasten am Jugendhaus aufgestellt. Ganzjährig wurde dieser von Kurt Morgenroth betreut und immer mit aktuellen Informationen ausgestattet. So wirkte er immer anziehend und interessant – tausend Dank dafür!

Traditionell gab es natürlich auch wieder einen Baudenabend, aber der war leider gar nicht so gelungen, wie wir das gerne gehabt hätten. Das Thema „Israel“ wurde von unserem eingeladenen Referenten einfach zu lang ausgewalzt, so dass die Besucher die Lust am Zuhören verloren haben.... Naja, passiert eben. Dazu geht man immer auch ein gewisses Risiko ein, wenn man jemanden einlädt.

Im Frühjahr wurde erneut ein Adonia-Konzert von uns veranstaltet, wieder in der Großröhrsdorfer Turnhalle. Ich war selber nicht dabei, weil wir auf Reisen waren, aber alles, was ich darüber gehört habe, war positiv. Danke an Belinda, die sich Adonia auf ihr Herz gelegt hat und sich dafür engagiert! Ein weiteres Adonia-Konzert unter unserer Verantwortung hat es im Herbst dann noch in Radeberg gegeben, hier waren Jens und Kerstin Thielemann aus Leppersdorf die führenden Köpfe, bei denen die Fäden zusammen liefen, auch ihnen ein herzliches Dankeschön für ihr Engagement! Und wenn wir gerade so musikalisch sind: Auch mit den SoliDeisten unter Leitung von Dr. Claus Holzweißig durften wir wieder mehrere Konzerte veranstalten.

Personell hat es Veränderungen gegeben. Wir haben uns nach reichlich fünf Jahren einigermaßen schweren Herzens von unserem Hausmeister getrennt, dessen psycho-soziale Schwierigkeiten für uns leider nicht länger beherrschbar waren. Als fleißigen Mitarbeiter vermissen wir ihn, aber das innerbetriebliche Klima hat an Ruhe und Frieden gewonnen, das muss man einfach so feststellen. Ich selber bin mit mir immer noch nicht ganz im Reinen deswegen, einfach weil ich weiß, dass er krank ist und der einsamste Mensch, den ich überhaupt kenne. Aber ich muss mir eingestehen, dass der Umgang mit ihm mich dauerhaft emotional sehr belastet hat.
Um so erfreulicher ist, dass es auf der anderen Seite auch personellen Zuwachs gegeben hat- ganz neu als ehrenamtliche Mitarbeiterin ist Claudia Schmidt mit eingestiegen und unterstützt maßgeblich Elfi bei den Außenarbeiten. Als ausgebildete Bio-Lanwirtin hat sie da auch richtig Ahnung. Ihr ist zu verdanken, das wir mehrere Bäume und Beerensträucher nachgepflanzt haben, so u.a. zwei Birnenbäumchen. Mehrere Obstbäume aus unserer Streuobstwiese waren eingegangen. Auch der Dresdner Heidebogen e.V.  hat uns im Rahmen einer Baumspende mit einem neuen Baum beehrt. So konnten wir den in allen Bibelland-Prospekten erwähnten „Luthers Apfelbaum“ im Bibelland neben der Basilika neu pflanzen, der leider so krank war, dass klar war, er wird nicht zu retten sein. Nun bleibt zu hoffen, dass der erfolgte Austausch der Erde reicht, um den neuen Baum zu schützen.
Unverändert bleibt das Bibelland mit dem Bibelgarten ein sehr wichtiges Betätigungsfeld für uns. Danke sagen wir erneut Ehepaar Krause für ihren wertvollen persönlichen Einsatz hierfür!


Was wäre ein Jahr ohne Baumaßnahmen!? Auch in diesem Jahr gab es natürlich dergleichen:
Da fällt mir z.B. der Pavillon am Jugendhaus ein: In diesen hat Tischler Peter einen Tisch eingebaut, womit der Pavillon sehr gewonnen hat. Deutlich größer fiel und fällt eine erforderliche Baumaßnahme am Haus Schlossblick aus: Wir hatten vor Jahren bei den Sanierungsarbeiten offenbar eine falsche Farbe verwendet, was sich dahingehend ausgewirkt hat, dass uns die Lisenen am Westgiebel abgefallen sind.  Noch kurz vor Jahresende hat uns eine Baufirma aus Großnaundorf diese wieder instand gesetzt, nun muss nur noch neue Farbe drauf – und dies natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalsamt. Interessanterweise fordert das Denkmalsamt, das Haus farblich zurück zu setzen. Es soll dem Schloss untergeordnet sein, heißt: Es muss schlichter und unscheinbarer aussehen als das Schloss. Das war ein feierlicher Akt, den richtigen Farbton zu finden! Da wurde zuerst der Farbton des Schlosses bestimmt und dann anhand einer Farbpalette entschieden, welche Farbe nun unser Haus bekommen darf. Es sind zwei Grau-Töne festgelegt worden, und das ist nun verpflichtend für uns. Sobald der Frühling noch etwas deutlicher da ist als jetzt, sollen die Arbeiten zumindest am Westgiebel erledigt werden, damit vor Beginn der Besuchersaison das Gerüst wieder abgebaut werden kann. Wir gehen davon aus, dass wir das in Eigenleistung erledigen werden. Aktuell ist der Gedanke präsent, einen Klienten vom Keulenberg im Rahmen eines Praktikums damit zu beauftragen, das ist aber noch nicht entschieden.
Eine völlig ungeplante Bauaufgabe gab es am Jugendhaus: Da entdeckten wir eines Tages Schaden an einigen Dachziegeln. Bei genauem Hinsehen stellte sich raus, dass ein Kind seinen Ball auf das Dach geschossen hatte. Um ihn wieder herunter zu holen, hatte es einige Pflastersteine hoch geworfen. Diese brachten leider nicht den gewünschten Erfolg, beschädigten einige Dachziegel, aber trafen glücklicherweise nicht die Solarplatten. Gemeinsam mit dem Vater des Kindes wurden die Schäden so weit wie möglich in Eigenleistung repariert, aber für eine Ecke brauchten wir dann doch noch den Dachdecker. Im Interesse des Kindeswohles haben wir die Rechnung nicht an die Eltern weiter geleitet, zumal deren Versicherung auf Nachfrage diesen Schaden nicht übernommen hätte. ….
Probleme bereitete seit mehreren Monaten auch unsere elektrische Nachtspeicher-Fußbodenheizung im Jugendhaus. Alles deutete darauf hin, dass der Fehler im Außenfühler bzw. Zentralsteuergerät liegt. Wir haben im Herbst irgendwann also einen neuen Außenfühler angebracht – glücklicherweise ist Maik ja gelernter Elektriker. Den durchschlagenden Erfolg brachte es aber leider nicht. Nun wurde am Jahresanfang auch noch das Zentralsteuergerät getauscht, dafür hatten wir Andreas Frenzel gewinnen können. Es ist  aktuell immer noch unsicher, ob damit alles ausgestanden ist, das müssen wir noch ein wenig testen. Aber eins wird daran unmissverständlich deutlich: Unser Haus ist in die Jahre gekommen, so nach und nach kommen Reparaturen! Wir müssen also davon ausgehen, dass immer mal wieder auch schnell hohe Kosten entstehen. Immerhin sind aktuell alle Versicherungen und Energiekosten um 30% angestiegen. Das fordert uns echt heraus! Heißt: Selbst ohne ungeplante oder unplanbare Kosten steigen die Unterhaltungskosten für die Immobilien und ein Ende ist nicht abzusehen.
Erst recht auf diesem Hintergrund nahmen wir sehr dankbar eine Ehrenamtsförderung für Farben aus den Händen des Landkreises entgegen. Das hilft uns enorm, die vielen Holzhäuser, Sitzgruppen, Pavillons etc. zu pflegen und zu erhalten!

Zwei Bau- und Arbeitseinsätze hat es wieder gegeben: Einen im Frühjahr und einen im Herbst. Hier lebt er noch der klassische „Subotnik“. Auch da gilt es Danke zu sagen an alle, die sich die Zeit genommen und mitgemacht haben! Wir wissen das sehr zu schätzen! Aus eigenem Erleben ist uns völlig klar, dass so ein Samstag ein echtes Opfer ist, wenn man MO bis FR irgendwo auf Arbeit eingespannt ist!
Einen kleineren Arbeitseinsatz gab es im Herbst noch im Rahmen eines „Arbeitsweges“. Die jungen Männer hatten riesige Freude daran, am Jugendhaus die Hecken zu schneiden und in der Schlossgärtnerei diverse Erdarbeiten zu erledigen. Das war tatsächlich richtig klasse!

Ein emotional sehr schönes Erlebnis hatten wir im September: Nachdem wir im Juni zur Bibelgarten-Fachtagung in Mühlhausen/Thüringen waren und dort völlig unerwartet extra benannt  wurden als Ideengeber für die Gestaltung der Außenanlagen rund um das gastgebende Evangelische Schulzentrum in Höngeda, gab es nun einen Gegenbesuch bei uns seitens des Lehrerkollegiums. Ein ganzes Wochenende lang „buchstabierten“ wir regelrecht die Möglichkeiten, Vorzüge und Potentiale unserer Einrichtung Bibelland in Verbindung mit unseren Beherbergungsmöglichkeiten und die darin liegenden Chancen für Schulklassen. Es war ein super schönes und gegenseitig höchst motivierendes Miteinander!

Als positiv darf erneut angemerkt werden, dass es immer wieder Nachfrage nach unserem Töpferangebot zum Kindergeburtstag gibt. Vermehrt kommen auch Töpfer-Anfragen von Erwachsenen, meistens von Frauen, die sich als frisch gebackene Rentner noch einem Hobby widmen wollen. Leider können wir es nicht leisten, ehrenamtlich ein regelmäßiges Töpferangebot neu zu etablieren. Da fehlt leider die Zeit. Es sei denn, es kommt jemand daher, der oder die sich darum kümmern will – dann geht das natürlich, die Infrastruktur dazu ist vorhanden!

Der Tag der Parks und Gärten war ebenso wieder ein Höhepunkt im Jahr wie der Tag des offenen Denkmals. Diese beiden Termine haben sich ja nun schon eingespielt bei uns. An beiden Tagen war der Bibelgarten gut besucht. Und wenn man mal so richtig Zeit hat für die Leute, die kommen, dann ist das nicht nur für alle Beteiligten sehr schön, sondern dann folgen aus solchen Begegnungen gerne auch weitere Kontakte, Gruppenaufenthalte oder ähnliches.

Das System „Landvergnügen“ darf inzwischen auch als feste Größe in unserem Alltag angesehen werden. Es waren in diesem Jahr zwar längst nicht so viele Wohnmobiler bei uns wie in den Jahren davor, aber noch immer macht es Spaß und ist sehr interessant, wer da so mit was für Ideen und Hintergrundgeschichten hier ankommt!

Als zum Ende des Jahres der cv-aktiv angefangen hat, sein Haus zu renovieren und alle Zimmer mit neuen Fußböden auszustatten, hieß es auch für uns als Mieter: Alles ausräumen und vor allem ausrümpeln! Es ist unglaublich, was sich da so über die Jahre in den Schränken ansammelt – man weiß es selber nicht mehr! Ich hätte mir diese Arbeit nicht unbedingt ausgesucht, aber da es nun so war, bin ich ganz froh darüber, dass wir gezwungen waren, mal alles auszuräumen. Auf jeden Fall hat unser Raum nach dem Wieder-Einräumen sehr gewonnen und es ist jetzt ein angenehmes Arbeiten.

Zum Abschluss des Jahres gab es wieder „Weihnachten im Schuhkarton“ - ebenfalls eine längst eingespielte Größe. Sage und schreibe 30 Ehrenamtler haben alleine am Buß- und Bettag gemeinsam im Jugendhaus alle Geschenkpakete durchsortiert und für den Versand fertig gemacht. Es ist ganz enorm, wie viele Leute sich hierfür mobilisieren lassen – und da sind noch gar nicht alle die mit erfasst, die im Vorfeld Päckchen annehmen und ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, die die Werbetrommel rühren in ihrem jeweiligen Umfeld, die ganze Kubikmeter Stricksachen herstellen und, und, und.... Für mein Empfinden ist WIS die Aktion, für die wir die meisten ehrenamtlichen Helfer haben.

Insgesamt möchte ich sagen: Nach immerhin 31 Bestehensjahren ist der Verein am Leben und strukturell stabil. Meine einzige Sorge ist die Frage, wie weiter. Es ist uns bisher leider offenbar nicht gelungen, junge Leute zu aktivieren, die sich den Verein auf ihre eigenen Fahnen schreiben und ihn weiterführen wollen, wenn wir mal nicht mehr wollen oder können. Dahinein sollten wir zunehmend Kraft investieren. Vielleicht kann die geplante Evangelisation zum 30-jährigen Bestehen des Jugendhauses eine Weichenstellung dafür bewirken.